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Blick vom Rathausbogen
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Neuer Markt mit dem Rathaus
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Neuer Markt mit Rathaus
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Rathaus
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Neuer Markt mit dem Rathaus

Rathaus


Position

Steckbrief

  • vermutlich um 1218 gebaut
  • wurde im gotischen Stil gebaut
  • danach mit barocken Anbauten erweitert

Entstehung und Lage


1218 wurde der deutschen Kaufmannssiedlung um die Petrikirche das Stadtrecht bestätigt, spätestens um diese Zeit wird die Altstadt über ein Rathaus am Alten Markt verfügt haben. Wenn auch die Mittelstadt um die Marienkirche und die westliche Neustadt um die Jakobikirche nicht das formale Stadtrecht besaßen, so lassen sich doch eigene Räte erschließen.[1] Ausgrabungen förderten 1999 die Reste eines Gebäudes mitten auf dem Neuen Markt zutage, das als mittelstädtisches Rathaus interpretiert wird.[1] Das neustädtische Rathaus befand sich freistehend auf dem Hopfenmarkt und wurde 1419 zum Auditorium Magnum der Universität umfunktioniert.

Nach dem Zusammenschluss der drei Teilstädte 1265 wurde der Neue Markt zum Standort eines neuen, größeren Rathauses der Gesamtstadt festgelegt. Nicht der kleine, bereits existierende Bau wurde erweitert, sondern ein viel größer dimensioniertes Rathaus an der Ostseite des Platzes errichtet. Anders als in Lübeck oder Stralsund bildet es kein Ensemble mit der Hauptpfarrkirche, sondern steht in einiger Entfernung von der Marienkirche an der Hauptverbindungsstraße der drei Keimsiedlungen. Direkt auf die Schaufront läuft die Kröpeliner Straße zu, die in dem Abschnitt zwischen Neuem Markt und Fauler Grube vom Mittelalter bis in die unmittelbare Nachkriegszeit „Blutstraße“ hieß.

Der gotische Bau


Der gotische Bau gehörte zu den prächtigsten backsteingotischen Rathäusern des Ostseeraumes und war denen in Lübeck und in Stralsund vergleichbar, verfügte allerdings über keinen Binnenhof.Wie andere Rathäuser des Ostseeraums diente der Bau auch als Kaufhaus und Warenlager. In den Räumen zu ebener Erde und im gewölbten Keller wurden Verkaufsplätze eingerichtet, die vor allem an Tuchhändler verpachtet wurden. Als der Tuchhandel im Spätmittelalter an Bedeutung verlor, wurde der Keller in einen Bier- und Weinkeller umgewandelt.

Die barocken Umbauten


Der Laubenvorbau wurde durch Unwetter 1718 beschädigt, was 1726 zum Neubau eines Vorbaus nach französischen und italienischen Einflüssen durch den Sachsen Zacharias Voigt führte. Dieser barocke Vorbau verdeckt seitdem die spätgotische Backstein-Prunkwand.1735 erfolgten Umbauten im Innern des Hauses: es entstand der Festsaal mit seiner barocken Gestaltung. Seit dem 19. Jahrhundert gab es durch das Anwachsen der Stadt ständig Bedarf an Räumlichkeiten für die immer größer werdende Anzahl an Verwaltungsangestellten und entsprechende Umbauten.

20.Jahrhundert bis 21.Jahrhundert


1907 wurde das Rathaus nach Osten durch das Stadthaus mit einem Brückenverbund erweitert. 1935 wurden die Häuser Neuer Markt 33 und 34 mit in den Rathauskomplex einbezogen.n den 1950er Jahren erbaute man an seiner Statt den Rathausanbau im funktionalistischen Stil, dem im Volksmund der Spitzname Hasenstall verliehen wurde.Nach 1990 erfolgte eine gründliche Sanierung vieler Teile des Rathauses, besonders der nördliche Anbau trägt einer modernen Verwaltung Rechnung.
Quellenangaben