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Wiederaufbau
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Petrikirche und Petritor
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Blick von der Holzhalbinsel
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Petrikirche
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Petrikirche
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Rostocker Kirchen von Gehlsdorf
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Luftaufnahme

Petrikirche ( Zurück zum Stadtrundgang )


Position

Steckbrief

  • 1252 das erste Mal erwähnt
  • Mitte des 14.Jahrhunderts entstand kompletter Neubau
  • wurde als dreischiffige gotische Basilika errichtet
  • Turm kam um 1500 hinzu
  • Gesamthöhe: 117 Meter
  • 26. / 27.April 1942 zerstörten britische Bomben die Petrikirche
  • 1967 Mitteilschiff rekonstruiert
  • 1992-1995 Wiederaufbau des Turmhelmes

Erste Kirche


Das erste Mal schriftlich erwähnt wurde die Petrikirche im Jahre 1252. Einen Priester gab es aber bereits 1218. Damals handelte es sich um ein dreischiffiges Gebäude, dessen Steine dunkelrot bis violett gefärbt waren. Von der Stadtgründung um 1200 und der Verleihung des Stadtrechts am 24.Juni 1218 bis zum Zusammenschluss der bis dahin schnell wachsenden Stadtteile im Jahre 1265 hatte Rostock bereits drei Kirchen. Das waren die Petrikirche, die Marienkirche und die Nikolaikirche. Um 1300 kamen dann noch die Jakobikirche sowie die Kirchen des Katharinenklosters und des Johannisklosters hinzu. Sankt Petri blieb aber eine eher kleine Kirche, obwohl die anderen Kirchen mit der Einwohnerzahl und dem Wohlstand der Stadt zusammen immer weiter vergrößert wurden.

Zweite Kirche


In der Mitte des 14.Jahrhunderts entstand dann aber ein kompletter Neubau der Petrikirche. Diese Kirche wurde als dreischiffige gotische Basilika gebaut. Der Turm kam um 1500 hinzu. Mit einer Gesamthöhe von 126 Metern über Null war er so auch für die Orientierung der Schiffe auf See von Bedeutung.
Am 16. Oktober 1543 wurde der Turm durch Blitzschlag und dessen Folgen vernichtet. Erst 30 Jahre später wurde der gotische Spitzturm ohne Wetterhahn und Turmknopf wieder aufgesetzt. Auch die Jahre danach blieb der Turm nicht vor Unwettern verschont. Er wurde noch zwei Mal vom Blitz getroffen und ein Mal durch einen Sturm beschädigt.

Bombennacht vom 26. zum 27. April 1942


Bei den Bombenangriffen der englischen Luftwaffe vom 26. auf den 27. April 1942 wurde die Petrikirche schwer beschädigt. Der mit Kupfer beschlagene Turmhelm verbrannte. Wertvolle Inneneinrichtungsgegenstände wie die Orgel, der barocke Altar, die Renaissancekanzel sowie das einzige Epitaph konnten nicht gerettet werden. Zum Glück blieb wenigstens die mittelalterliche Tauffünte unversehrt. Während das Gewölbe des Mittelschiffes und des südlichen Seitenschiffes einstürzten, blieb das Gewölbe des nördlichen Seitenschiffes erhalten. Im Zuge eines sehr zögerlichen Wiederaufbaus wurde der Turm mit einem Notdach gesichert und das Mittelschiff mit einer flachen Holzdecke geschlossen. Außerdem wurden die Arkaden zwischen dem Mittel- und den Seitenschiffen vermauert und die Wände des Mittelschiffs weiß getüncht. Die Turmspitze wurde zunächst nicht wieder aufgebaut.
1994 wurde die einmalige Gelegenheit, dem Turm wieder einen Kupferhelm aufzusetzen, genutzt und mit Mitteln der Stadt, des Landes und von Denkmalschutzorganisationen sowie von unzähligen privaten Personen Rostock ein Wahrzeichen zurückgegeben.

Joachim Slüter


Joachim Slüter wurde um 1490 in Dömitz geboren und starb 1532 in Rostock. Er war ein deutscher Geistlicher und Reformator. Die Pfarrei war schon länger wegen Streitigkeiten der Herzöge bei der Pfarramtsbesetzung vakant. Hier begann Slüter, reformatorisch zu wirken. Dazu gehörte das Predigen in der niederdeutschen Muttersprache, die die Gemeinde verstand. In der östlichen Rostocker Altstadt wohnten viele einfache und arme Leute, für die Slüters wortgewandte Predigten so wichtig und beliebt waren, dass die Kirche oft zu klein war und diese draußen abgehalten werden mussten. Slüter wurde von der katholischen Kirche heftig angefeindet. Es gab sogar Morddrohungen, die ihn 1525 zu einem zeitweiligen Verlassen der Stadt veranlassten. Der Rostocker Rat hielt jedoch zu Slüter. Durch seine Bemühungen wurde Rostock 1531 offiziell evangelisch.
Quellenangaben
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