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Steintor / Ständehaus
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Ständehaus
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Ständehaus
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Ständehaus Turm
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Ständehaus Eingangsbereich
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Ständehaus-Eingang

Ständehaus


Position

Steckbrief

  • 1889 bis 1893 errichtet (Einweihung am 2. Oktober 1893)
  • neugotischer Backsteinbau
  • war Sitz des Engeren Ausschusses, der ständischen Mitregierung von Mecklenburg
  • beherbergte bis 1918 alle Oberbehörden der Stände
  • diente als Gerichts- und Verwaltungssitz
  • nach 1920 schrittweiseise in Verwaltungsgebäude umgewandelt
  • 1934 und 1935 Schauprozesse der nationalsozialistischen Justiz
  • blieb nach 1945 Sitz staatlicher Verwaltungen des Landes Mecklenburg und der Deutschen Volkspolizei
  • 1953 übernahm die Volksmarine der DDR das Ständehaus
  • Seit 1. Juli 1992 Sitz des Oberlandesgerichts Rostock

Außengestaltung


Die mit reichem Dekor gestaltete Schaufront zeigt unter anderem vier Bronzestatuen mecklenburgischer Herzöge, die während ihrer Regierungszeit besondere Vorteile für die Ritterschaft erbrachten: Herzog Johann Albrecht I. (1561 - 1576), Großherzog Friedrich Franz II. (1842 - 1883), Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz (1816 - 1860) und Herzog Christian Ludwig II. (1747 - 1756). Die schmalen Seiten des Gebäudes sind mit reichen Pfeilerwimperggiebeln geschmückt.

Geschichte


Seit seiner Einweihung am 2. Oktober 1893 bis zum Ende der Monarchie war das Gebäude einer der politisch bedeutsamsten Orte des mecklenburgischen Ständestaates. Es war Sitz des Engeren Ausschusses, der ständischen Mitregierung von Mecklenburg zwischen den Landtagen als Gegenpart der Regenten beider mecklenburgischer Landesteile Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Es beherbergte bis zum Ende des Kaiserreiches und der Monarchie in Mecklenburg 1918 alle Oberbehörden der Stände und diente verschiedenen speziellen Einrichtungen der Mecklenburgischen Landstände als Gerichts- und Verwaltungssitz. So war es Sitz der Ritterschaftlichen Brandkasse, der Steuer- und Katasterbehörde, der Brandversicherung der mecklenburgischen Städte, des Ritterschaftlichen Kreditvereins und der Fideikommissbehörde. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang des altmecklenburgischen Ständestaates löste sich der Engere Ausschuss auf und dessen Räume sowie die Repräsentationsräume wurden frei genutzt.

Nach 1920 ist das Gebäude schrittweise in ein Verwaltungsgebäude umgewandelt worden. Es war Sitz des Straßenbauamtes, der Staatskassenzweigstelle, des Arbeitsgerichtes, der Technischen Nothilfe und der Polizeiverwaltung des Amtsbereiches Rostock. Die Ritterschaftliche Brandkasse, die Brandversicherung der mecklenburgischen Städte und der Ritterschaftliche Kreditverein verlegten 1928 ihren Sitz vom Ständehaus in dessen unmittelbare Nähe.

1933 beschlossen die Landtage der beiden mecklenburgischen Freistaaten in gemeinsamer Sitzung im Ständehaus unter nationalsozialistischem Druck die Wiedervereinigung des Landes.

Bis Mai 1945 behauptete die Fideikommissbehörde ihren Sitz im Ständehaus. Zudem wurde es von wechselnden Landesbehörden genutzt, in den Jahren 1934 und 1935 auch für Schauprozesse der nationalsozialistischen Justiz.

Noch einige Jahre nach 1945 blieb das Bauwerk Sitz staatlicher Verwaltungen des Landes Mecklenburg und beherbergte u.a. die Deutsche Volkspolizei.

Im Jahre 1953 übernahm die Volksmarine der DDR das Ständehaus und nutzte es bis zur Wiedervereinigung.

Seit dem 1. Juli 1992 ist das Ständehaus Sitz des Oberlandesgerichts Rostock.
Quellenangaben